Ausflug in die Gedenkstätte Hohenschönhausen (Stasi-Gefängnis)

Am 27.03.2017 fand ein Ausflug des WPU Geschichte Kurses der 10. Klasse statt, bei dem wir die Gedenkstätte Höhenschönhausen besuchten.

Um 15:15 Uhr trafen wir vor dem Stasi-Gefängnis ein und wenig später waren wir auf dem Gelände. Am Eingang sah man ein Tor aus Metallstäben und Aufsichtsmänner. Nachdem wir das Gelände mit Mauer von außen betrachteten, traten wir ein. Kurze Zeit später wurden wir dazu angewiesen in einen Raum zu gehen, wo wir uns einen Film zur Geschichte des Lagers Hohenschönhausen ansahen. Dieser war sehr informativ und bot einen guten Einstieg in das Thema. Nach dem Film gingen wir wieder auf das Gelände und trafen dort auf Jorge L. Garcia Vazquez, der sich dann als unser Guide vorstellte. Er selbst war dort 6 Tage gefangen und konnte uns somit aus erster Hand berichten und einen realistischen Eindruck verschaffen. Durch seine eigenen Erfahrungen war die Führung noch besser und spannender.

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Zuerst zeigte er uns ein Modell vom Gelände und dem umliegenden Bereich, um uns zu verdeutlichen, wie das Gelände aufgeteilt war. Zusätzlich erfuhren wir noch, dass das Gefängnis zu seiner Zeit sehr unbekannt war. Anschließend gingen wir in den Keller des Hauptgebäudes mit Stehzellen und Zellen in denen man teilweise noch Pritschen und Kübel vorfand Hohen20174

Die Pritschen waren meistens zu klein um gerade darauf zu liegen. Außerdem erzählte er uns von den schrecklichen Zuständen, die dort herrschten. Die Gefängnisinsassen mussten tagsüber auf der Kante ihrer Pritschen sitzen und durften nicht schlafen. Nachts durften sie nur auf dem Rücken liegen und die Hände und das Gesicht mussten sichtbar sein. Zusätzlich kam alle 15 Minuten Gefängniswärter, die sie mit Licht und Geräuschen weckten. Der viele Schlafmangel und die kleinen Essensrationen dienten als Folter und brachten die Menschen dazu, innerlich zu zerbrechen.

Die Transporter, die uns danach gezeigt wurden, wiesen keine besseren Bedingungen auf. Es gab in einem Transporter 5 Zellen in denen die Gefangenen mit verbundenen Augen saßen. Von außen waren die Transporter für die Bewohner der Stadt nicht als Gefangenentransporter zu erkennen. Sie sahen aus wie normale Lebensmittel- Wagen oder waren ganz schlicht weiß.

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Von den Transportern aus gingen wir in den 60er Jahre erbauten Neubau des Geländes, wo Jorge selbst gefangen gehalten wurde. Dort waren die Bedingungen für die Gefangenen schon besser. Sie erhielten 3 Mahlzeiten, die zwar nicht schmeckten, aber ausreichend Kalorien beinhalteten. Außerdem gab es mittlerweile Matratzen auf den Pritschen und man hatte richtige Toiletten mit Toilettenpapier und ein Waschbecken in der Zelle.

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Auf dem Gelände gab es außerdem ein Gebäude in dem wir uns dann die Verhörräume ansahen. Dort wurden die Gefangenen weiter gebrochen, indem man ihre Familie bedrohte.

Viele unterschrieben Dokumente, weil sie keine Kraft mehr hatten. Manchmal boten die Wärter auch Dinge an, die man liebte. Jorge kommt aus Kuba und liebt guten Kaffee, das nutzten die Wärter aus und stellten ihm guten Kaffee vor die Nase um sich selbst sympathischer zu machen. Danach gingen wir in den Keller des Gebäudes, wo sich auch Gummizellen befanden in denen besonders aggressive Gefangene gesteckt wurden. Anschließend gingen wir in winzige Freigangszellen, welche zur ,,Erholung“ der Gefangenen dienen sollten. Die Freigangszelle war umgeben von einer Mauer und wurde durch einen bewaffneten Wachposten gut bewacht.

Die Führung endete am Modell des Geländes, wo sie auch begonnen hatte. Dort beantwortete uns Jorge die letzten Fragen und gab uns seine persönlichen Anliegen mit auf den Weg.

An der Führung fanden wir besonders die Informationen zu Jorge selbst und die hohen Preise für das Freikaufen der Menschen sehr interessant.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Führung uns einen guten und realistischen Einblick in die dunkle Seite der DDR geboten hat. Wir konnten alle viel aus der Führung mitnehmen. Somit war es ein erfolgreicher Ausflug für den WPU Geschichte Kurs der 10. Klasse.